MARGOT PILZ. Selbstauslöserin

23. Oktober 2021 bis 3. April 2022
MARGOT PILZ. Selbstauslöserin

Zeit & Ort

29. Dez. 2021, 19:00 – 03. Apr. 2022, 18:00
Kunsthalle Krems, Museumsplatz 5, 3500 Krems an der Donau, Österreich

Über die Veranstaltung

Margot Pilz wurde 1936 in Haarlem (Niederlande) geboren und lebt seit 1954 in Österreich. Seit den frühen 1980er-Jahren zählt sie international zu den bedeutenden feministischen Künstlerinnen. Als eine Pionierin der Medienkunst arbeitet sie konzeptuell und experimentell im Bereich Fotografie, Video, digitale Skulptur, Performance und Installation.

In den 1970er-Jahren ist Margot Pilz als Fotografin tätig und engagiert sich in der Frauenbewegung. Ihre Festnahme von der Polizei beim dritten Frauenfest 1978 in Wien und der entwürdigende Umgang mit ihr ist eine Initialzündung zur Arbeit als Künstlerin. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Auseinandersetzung mit dem Individuum im Verhältnis zur Gesellschaft sowie feministische und existentielle Fragestellungen. Diese ziehen sich wie ein roter Faden durch ihr über 40 Jahre umfassendes Werk.

Ihre innovativen Arbeiten im Bereich der Medienkunst aus den 1990er-Jahren zeigen, wie neugierig und experimentell Margot Pilz mit den damals neuen Medien arbeitete. Sie war eine der ersten, die sich intensiv mit den Möglichkeiten des Einsatzes von Computern für die künstlerische Arbeit auseinandersetzten.

In der Zentralen Halle entsteht eine neue Installation, die sich auf ihr Konzept Kaorle am Karlsplatz bezieht. Bei den Wiener Festwochen im Jahr 1982 ließ sie um das Wasserbecken vor der Karlskirche einen Strand mit einer Palme aufschütten. Für Krems wird eine ernüchternde Version im Wissen um die Zerstörung der Natur realisiert. Eine Strandinsel im geschlossenen Raum, der Strand versehen mit Mikroabfällen und Plastikmüll.

In den letzten Jahren hat sich Margot Pilz mit dem Altern, dem Prozess der körperlichen Veränderung und dem eigenen Umgang damit beschäftigt. Die Arbeiten haben eine ungeheure Kraft, sind nicht wehleidig, beschönigen nichts und zeugen von großer Neugier und ungebrochenem künstlerischen Elan.

Kurator: Andreas Hoffer

Kunsthalle Krems Homepage

Bildcredits:

© Walter Skokanitsch