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Texte zu Fritz von Herzmanovsky-Orlando
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Werner Hofmann (FHO Verlag Galerie Welz 1965 u. 1977)
Fritz von Herzmanovsky-Orlando - der Name ist ein Selbstkommentar, er klingt wie ein Wappenspruch oder ein geschickt gewählter nom de plume: Ein Vorname, der mit Witz reimt, ein bescheidenes Adelsprädikat, das seinen Glanz erst von der bombastischen Koppelung der beiden Familiennamen empfängt. Herzmanovsky ist Klang gewordene faltenreiche Umständlichkeit, ein Sprachschnörkel, der dazu verlockt, in einer kunstvoll verschlungenen Unterschrift graphisch ausgebeutet und stilisiert zu werden. Orlando hat den leichten Zungenschlag des Südens....parlando, scherzando...., es könnte ein Zeitwort sein, das sich der Träger dieses komplizierten Namens zur Umschreibung seiner Tätigkeit ersonnen hat.
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Werner Hofmann (FHO Verlag Galerie Welz 1965 u. 1977)
Was Herzmanovskys künstlerischen Rang ausmacht, liegt nicht in seinen Inhalten, sondern in seiner graphischen Handschrift. Sie ist der Lebensnerv, der auch den belanglosesten Einfall kostbar macht. Aus dem spielerisch tastenden und spinnenden, auflösenden und verschlingenden Duktus der Linie steigen überhaupt erst die verschiedenen Gestalten empor: die herzmanovskyschen Vogelscheuchen und Hutzelmänner und die orlandesken Elfen und Freuden-Mädchen. Der Selbstentfaltung der graphischen Mittel beizuwohnen, bringt höhere Augenfreude ein als das Erkennen der darin dargebotenen Bildanekdoten.
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Kosmas Ziegler (FHO Graphik - Band 2 Kopriva 1979)
Das Einmalige dieser Künstlerpersönlichkeit liegt unter anderem darin, dass sie früher als andere die verborgene Fragwürdigkeit unserer Welt erkannte und mit ihren doppelten Mitteln darstellte: dem Wort und dem Bild. FHO schilderte die Vergangenheit, um die Gegenwart zu zeigen, erfand das Seltsamste, um das Alltägliche zu geißeln, er schuf das Skurrile, das Bizarre und er ließ Traum und Wirklichkeit in eins zusammenfließen, viele Jahre noch vor Kafka oder Musil. Und was die Surrealisten später geleistet haben, FHO hat es vorweggenommen.
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Peter Weiermair (FHO Ausstellungskatalog Kulturamt Klagenfurt 1984)
So stark in den Zeichnungen auch eine erzählerische Komponente herrscht, sie lassen sich nicht ganz entschlüsseln, was nicht nur Teil des Antirationalen und Labyrinthischen in Herzmanovskys Wesen ist, sondern auch den Charakter des Geheimnisvollen verstärkt. Das Beiläufige, Zufällige, die Form des leichtfertigen, durchaus nicht ökonomischen Umgangs mit den zeichnerischen Einfällen, die ununterbrochene Art des Fort- und Weiterzeichnens, teilt sich uns bei dem Genuss dieser leichter gewordenen Welt mit.
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Wieland Schmied (FHO Graphik - Band 6 Kopriva 1987)
FHO hat die Welt der Kostüme liebevoll und besessen gezeichnet, pingelig noch in der flüchtigsten Skizze. Sein Zeichenstil ist der Stil eines Kanzlei-Oberoffizials. Umständlich vermeidet er es zur Sache zu kommen, und oft scheint es, als habe er diese ganz aus den Augen verloren. Aber der Schein trügt. Er weiß sehr wohl um was es ihm geht, auch wenn er wieder und wieder abschweift. Auch wenn er das Eigentliche zudeckt und verbirgt unter lauter eingeübten Wendungen, unter unzähligen Arabesken und Ornamenten, er weiß doch immer was dieses Eigentliche ist: es ist seine geliebte Tarockei, das Reich der Kartenkönige, die niemals sterben können.
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"Seine Gegenwart war die Vergangenheit"
Dr. Otto Breicha über das Phänomen "FHO" (1877-1954) in der Zeitschrift "Morgen" anlässlich einer Ausstellung in Krems zum "125. Geburtstag" 2002
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